Wald- und WiesenTagesmutter + Naturerlebnis für Kleinkinder in Bonn Friesdorf

Sicher fragen Sie sich: Was machen die denn den ganzen Tag da draußen?

Jeden Morgen, zu jeder Jahreszeit treffen wir uns draußen "Im Wiesengrund", komplett wetterentsprechend angezogen und stiefeln, sobald alle da sind, gemeinsam in den Wald. Der Vorteil ist, dass man nicht erst aus dem Fenster guckt und überlegt, ob man nicht vielleicht doch lieber drinnen bleiben sollte. WIR TREFFEN UNS IMMER erstmal DRAUSSEN und wenn es nicht mehr auszuhalten ist, können wir ja immer noch nach Hause gehen. Es gibt allerdings Ausnahmen: Bei angekündigtem und tatsächlich stattfindendem DAUERREGEN, bei Sturm und Gewitter (ist selten am Vormittag) bleiben wir zu Hause, bzw. machen, dass wir schnell dort hinkommen.

Die Kinder bringen einen Beutel mit, in dem sich ihre persönliche Trinkflasche, ein bis zwei Wechselwindeln, trockene Socken und ein leckerer Beitrag zum gemeinsamen Frühstück befindet. Alles wird im "Buggy" verstaut und dann geht`s los.


An "Spielzeug" hab ich im Buggy: einen Eimer für jedes Kind und ein stabiles Seil zum Klettern, Schaukeln, Eisenbahn-spielen (und Vorankommen), außerdem Kreide und grobe Pinsel zum Malen mit Wasser und Schlamm. Ebenso haben wir zwei Thermosflaschen dabei, eine mit warmem Tee und eine mit warmem Wasser zum Händewaschen. Des weiteren Iso-Kissen, eine große Picknick-Decke und bei angekündigten Schauern einen riesengroßen Angler-Regenschirm. Mücken- und Sonnencreme im Sommer, Wärmepads und Wechselhandschuhe im Winter, Taschentücher, 1. Hilfe-Tasche, Lappen und Handtücher und eine Mülltüte.

 

Unsere erste feste Station ist immer die "Teebank". Dort sitzen wir das erste Mal zusammen und trinken gemeinsam einen warmen Früchtetee. Im ersten Winter eingeführt, wird dieses Ritual inzwischen auch im Sommer gerne gepflegt.

Es geht weiter Richtung "Frühstück". Auf dem Weg dorthin passieren wir allerdings noch ein paar spannende Stationen, die inzwischen alle Namen bekommen haben (Hubschrauber, Krokodil, Brücke, Eisdiele, Insel etc). Je nach Lust und Laune der Kinder verweilen wir hier und da etwas länger. Das Frühstück  findet meistens an der gleichen Stelle statt, sodass Kinder, die sich schon "auskennen" auch bis dahin vorlaufen können, um sich schon mal den besten Platz zu sichern. Vor dem Frühstück waschen wir die Hände. Wir bleiben sitzen, erzählen, was wir erlebt haben, kommen wieder zur Ruhe oder ruhen aus. Das Frühstück wird geteilt. Wir lernen fragen, teilen und tauschen und erzählen. Oft können wir hier auch das erste Mal die Ruhe "hören", Rotkehlchen, Specht und Eichhörnchen sind häufig in der Nähe.

Während ich das Frühstück wegräume, ziehen die Kinder los, entdecken Neues, klettern auf Altbekanntes, rutschen aus verschiedenen Höhen, beobachten die Kindergartenkinder, die häufig für ein Stündchen kommen, sammeln Blätter, Steine, Nüsse oder Eicheln, kneten mit Maulwurfserde, bearbeiten morsches Holz, erfinden immer wieder neue Musikinstrumente und neues Werkzeug, verstecken, finden, rufen und holen sich gegenseitig ... und warten, bis ich mit der Wickeltüte komme. Denn jetzt wird auch das erste Mal "durchgewickelt". Ich wickel im Stehen, das ist im Wald das Angenehmste, ohne Laub in der Windel und ohne zu große Auskühlung im Winterhalbjahr.

"Geländer bauen... April 2010"

Je nach Witterung muss ich die Waldkinder jetzt ein bischen "scheuchen", einen großen Spaziergang vorschlagen (die Variationen sind je nach Alter vielseitig), den Schirm aufstellen, einen Platz in der Sonne aufsuchen (oder meiden) Nach starken Regenfällen oder bei Frost ist auch ein Besuch auf dem (immer sonnigen) nahen Sportplatz eine gern gesehene Abwechslung. Je nach Jahreszeit pflücken wir Him- und Brombeeren, sammeln Wal- und Haselnüsse, schütteln Äpfel vom Baum und schauen, ob in den Pflaumen keine Würmer wohnen, bevor wir sie essen.

Dem Alter und der Routiniertheit entsprechend muss ich schon bald zum Aufbruch einstimmen, denn auch der Rückweg kann sich nochmal hinziehen. Es gibt mindestens Schafe und Bienen zu beobachten, im Herbst auch Pferde, die Müdigkeit tritt bei einigen ein, wir nehmen uns an die Hände oder nehmen  das Tschu-Tschu-Seil zur Hilfe. Gegen zwölf sind wir zu Hause und der Spaß geht weiter...                                           gefällt mir